FISCHERPRUEFUNG

Bayerische Fischerpruefung: Besonderheiten und Vorbereitung

Mai 2026 · 8 min Lesezeit

Bayern hat eine der strengsten Fischerpruefungen Deutschlands. Der bundeseinheitliche Fragenkatalog wird durch landesspezifische Inhalte ergaenzt — vor allem Schonzeiten, Mindestmasse und das Bayerische Fischereigesetz. Wer in Bayern bestehen will, muss diese Besonderheiten genau kennen.

Tutorial: die bayerischen Besonderheiten

Schonzeiten in Bayern. Die Schonzeiten sind im Bayerischen Fischereigesetz (BayFiG) und der Ausfuehrungsverordnung festgelegt. Wichtigste Daten zum Auswendiglernen: Aesche 1. Januar bis 30. April, Bachforelle 1. Oktober bis 28. Februar, Hecht 15. Februar bis 30. April, Zander 15. April bis 31. Mai, Renke und Saibling 15. Oktober bis 31. Dezember. Karpfen, Schleie, Wels und Aal haben in Bayern keine Schonzeit, sind aber durch Mindestmasse geschuetzt.

Mindestmasse in Bayern. Karpfen 35 cm, Hecht 50 cm, Zander 50 cm, Bachforelle 27 cm, Aesche 35 cm, Aal 50 cm, Schleie 25 cm, Barsch keine Mindestmass. Hier liegt die haeufigste Pruefungsfalle: viele Kandidaten lernen die Bundesdurchschnittswerte und stolpern ueber die strengeren bayerischen Werte.

Bayerisches Fischereigesetz. Drei zentrale Punkte zum Auswendiglernen: (1) Hegepflicht — wer einen Fischereischein hat, ist auch zur Pflege des Gewaessers verpflichtet (Wiederbesatz, Habitatpflege). (2) Bewirtschaftungsplan — jeder Fischereiverein muss einen Plan haben, der den Fischbestand regelt. (3) Anzeigepflicht bei Fischsterben — wer toten Fisch im Gewaesser bemerkt, muss dies binnen 24 Stunden bei der Wasserwirtschaftsbehoerde melden.

Erlaubte Geraete und Fangmengen. In Bayern darf normalerweise nur mit Handangel und einer Schnur gefischt werden. Maximale Anzahl Haken pro Schnur: 2 (Ausnahmen fuer Saiblingsfischen am Bodensee). Tagesfangbegrenzung: bei manchen Gewaessern 5 Salmoniden pro Tag und Person, bei Karpfen oft 2 Stueck. Reusen und Senknetze nur mit Sondergenehmigung.

Catch & Release Verbot. Wie im Bundesgesetz: das Zuruecksetzen fangbarer Fische ist in Bayern verboten. Ausnahmen nur fuer untermaessige oder geschonte Fische. Wer einen massigen Karpfen wegen "Sportgrund" zuruecksetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Bussgeld bis 5.000 EUR).

Vorbereitungsstrategie: 8 Wochen bis zur Pruefung

Bayern bietet die Pruefung normalerweise zweimal im Jahr (Maerz und September). Anmeldefrist: ca. 6-8 Wochen vor dem Termin ueber die zustaendige Bezirksregierung oder den Fischereiverband.

Wochen 1-4: Bundeseinheitlicher Fragenkatalog. Alle 6 Sachgebiete gleichmaessig — 30 Min/Tag Quiz-App, 1 Stunde/Tag Lehrbuch.

Wochen 5-6: Landesspezifische Inhalte. Schonzeiten und Mindestmasse als Karteikarten oder Liste auf dem Smartphone — taeglich 15 Min Wiederholung.

Wochen 7-8: Pruefungssimulationen mit landesspezifischem Modus. Ziel: 90%+ richtige Antworten in beiden Bereichen.

Vergleich: Schonzeiten bayerischer Fischarten

FischartSchonzeitMindestmassBundesdurchschnitt
Aesche1.1.-30.4.35 cm30-35 cm
Bachforelle1.10.-28.2.27 cm25-28 cm
Hecht15.2.-30.4.50 cm45-50 cm
Zander15.4.-31.5.50 cm42-50 cm

Haeufige Fragen

Was unterscheidet die bayerische von der bundeseinheitlichen Pruefung?

Bayern verwendet zwar denselben bundeseinheitlichen Fragenkatalog, ergaenzt aber landesspezifische Fragen zu Schonzeiten, Mindestmassen und dem Bayerischen Fischereigesetz. Etwa 10-15 der 60 Pruefungsfragen beziehen sich auf landesspezifische Regelungen — diese muss man genau auswendig lernen.

Wo finde ich Vorbereitungskurse in Bayern?

Die meisten der 800+ bayerischen Fischereivereine bieten Vorbereitungskurse an (LFV Bayern, BFV usw.). Die Pruefungen finden zentral im Auftrag der Landesfischereiverwaltung statt — meist im Maerz und September. Kursdauer: ca. 30 Stunden ueber 6-8 Wochenenden, Kosten 150-250 EUR.

Welche Schonzeiten gelten in Bayern?

Bayern hat sehr genaue Schonzeiten: Aesche 1.1.-30.4., Bachforelle 1.10.-28.2., Hecht 15.2.-30.4., Karpfen ganzjaehrig keine Schonzeit aber Mindestmass 35 cm, Zander 15.4.-31.5., Aal keine Schonzeit aber Mindestmass 50 cm. Die genauen Daten sind im Bayerischen Fischereigesetz und der Ausfuehrungsverordnung festgehalten.

Gilt der bayerische Fischereischein in anderen Bundeslaendern?

Ja, der bayerische Fischereischein ist bundesweit gueltig — die Fischerpruefung wird in allen Bundeslaendern anerkannt. Allerdings braucht man fuer das Fischen in einem anderen Bundesland zusaetzlich einen lokalen Erlaubnisschein und muss die dortigen Schonzeiten und Mindestmasse beachten.

Bayern-Modus mit landesspezifischen Fragen

Fischerpruefung enthaelt einen speziellen Bayern-Modus mit landesspezifischen Schonzeiten, Mindestmassen und Fragen zum BayFiG.

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