Der Einbürgerungstest ist eine der Voraussetzungen für die deutsche Staatsbürgerschaft. 33 Fragen, 60 Minuten Zeit, mindestens 17 richtige Antworten — das ist die formale Hürde. Was viele unterschätzen: Es gibt keine Überraschungen. Alle Fragen kommen aus einem festen Katalog von 300 allgemeinen plus 10 bundeslandspezifischen Fragen. Wer diesen Katalog durchgearbeitet hat, besteht den Test mit über 90 % Wahrscheinlichkeit im ersten Anlauf.
Dieser Leitfaden erklärt das Prüfungsformat, listet die wichtigsten Themengebiete auf, gibt einen realistischen Lernplan über 2–3 Wochen und vergleicht die gängigen Lernmethoden. Am Ende stehen Antworten auf die häufigsten Fragen.
So verwendest du die Einbürgerungstest App
Die App enthält alle 310 offiziellen Fragen (300 allgemeine + 10 bundeslandspezifische) und einen Simulationsmodus, der die echten Prüfungsbedingungen nachbildet. Der Lernprozess läuft in sechs Schritten ab:
1. App herunterladen. Die Einbürgerungstest App ist kostenlos im App Store verfügbar. Nach dem Start wählst du dein Bundesland — die App lädt dann automatisch die passenden 10 zusätzlichen Fragen für dein Bundesland.
2. 310 offizielle Fragen + 10 bundeslandspezifische Fragen. Alle Fragen sind exakt so formuliert wie auf der BAMF-Website. Keine umformulierten Varianten, keine "Übungsfragen, die ähnlich sein könnten" — der Fragenkatalog ist offiziell und vollständig.
3. Lernmodus. Im Lernmodus kannst du Thema für Thema durchgehen: Demokratie und politisches System, Geschichte und Verantwortung, Mensch und Gesellschaft. Jede Frage zeigt direkt nach der Antwort die richtige Lösung mit einer kurzen Erklärung.
4. Simulationsprüfung. Der Simulationsmodus stellt 33 Fragen unter Prüfungsbedingungen: 60 Minuten Zeit, Multiple Choice, am Ende die Auswertung. So weißt du vor der echten Prüfung, ob du bestehen würdest.
5. Sofortiges Feedback mit Erklärung. Nach jeder Frage erklärt die App, warum die Antwort richtig oder falsch ist. Bei historischen Fragen liefert die Erklärung den nötigen Kontext — wer 1949 das Grundgesetz unterzeichnet hat, warum der 17. Juni 1953 wichtig ist, was 1989 passierte.
6. Wiederholung der Fragen mit den meisten Fehlern. Die App merkt sich, welche Fragen du wiederholt falsch beantwortet hast. Eine eigene Liste dieser Fragen kannst du gezielt durchgehen, bis sie sitzen.
So bereitest du dich auf den Test vor
Prüfungsformat
33 Fragen aus dem offiziellen Fragenkatalog: 30 Fragen aus dem allgemeinen Teil (300 Fragen) plus 3 Fragen aus dem bundeslandspezifischen Teil (10 Fragen pro Bundesland). 60 Minuten Bearbeitungszeit. Mindestens 17 Fragen müssen richtig beantwortet werden — das entspricht 51,5 %.
Multiple Choice mit vier Antwortmöglichkeiten, davon ist eine richtig. Keine offenen Fragen, kein Aufsatz, keine mündliche Prüfung. Der Test kostet 25 €.
Wichtige Themen
Die 300 allgemeinen Fragen verteilen sich auf drei Themenblöcke:
Demokratie und politisches System (~ 60 % der Fragen): Grundgesetz, Grundrechte, Wahlsystem, Föderalismus (Aufgaben von Bund, Ländern und Kommunen), Gewaltenteilung, Bundeskanzler/Bundespräsident, politische Parteien.
Geschichte und Verantwortung (~ 25 % der Fragen): NS-Zeit und Aufarbeitung, Teilung Deutschlands, DDR, Mauerbau, Wiedervereinigung 1990, deutsche Verantwortung gegenüber Israel.
Mensch und Gesellschaft (~ 15 % der Fragen): Religionsfreiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Toleranz, soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Werte.
Häufig falsch beantwortete Fragen
Drei Themenbereiche bereiten erfahrungsgemäß die meisten Fehler:
Wahlordnung: Wer wählt den Bundespräsidenten? (Bundesversammlung, nicht das Volk.) Wer wählt den Bundeskanzler? (Bundestag, nicht das Volk.) Wer wählt den Ministerpräsidenten? (Landtag, nicht das Volk direkt.) Diese drei Fragen sind sprachlich ähnlich, die Antworten unterschiedlich — gerne verwechselt.
Religionsfreiheit: Was bedeutet Religionsfreiheit in Deutschland konkret? Die Fragen testen das Verständnis, nicht nur die Definition. Eine eigene Religion ausüben dürfen, keine Religion haben dürfen, die Religion wechseln dürfen — alles inklusive.
Föderalismus: Welche Aufgaben hat der Bund, welche das Land, welche die Kommune? Schulen sind Landessache, Verteidigung Bundessache, Müllabfuhr Sache der Kommune. Wer die Abgrenzung nicht kennt, verliert hier mehrere Punkte.
Lernstrategie 2–3 Wochen
Die meisten Prüflinge schaffen den Test mit 2–3 Wochen Vorbereitung und 20 Minuten pro Tag. Konkret:
Woche 1: Alle 300 allgemeinen Fragen einmal durchgehen, Thema für Thema. Falsch beantwortete Fragen markieren.
Woche 2: Markierte Fragen wiederholen. Erste komplette Simulationsprüfung. Bundeslandspezifische 10 Fragen durcharbeiten — die werden oft vergessen.
Woche 3: Drei bis fünf vollständige Simulationsprüfungen. Letzte 2 Tage nur noch falsch beantwortete Fragen wiederholen.
Wichtig: Die 10 Bundesland-Fragen nicht vergessen. Drei der 33 Prüfungsfragen kommen aus diesem Block. Wer alle 3 falsch hat, kann sich keine weiteren Fehler im Hauptteil leisten.
Vergleich: Lernmethoden für den Einbürgerungstest
| Lernmethode | Kosten | Alle 310 Fragen | Bundesland-Fragen | Simulationen |
|---|---|---|---|---|
| Einbürgerungstest App | Kostenlos | ✓ | ✓ | ✓ Unbegrenzt |
| BAMF-Website | Kostenlos | ✓ | ✓ | Begrenzt |
| Gedruckter Fragenkatalog | 5–10 € | ✓ | ✓ | ✗ |
| VHS-Integrationskurs | Im Kurs enthalten | ✓ | ✓ | ✓ Mit Lehrer |
Die BAMF-Website hat alle Fragen, aber die Übungsfunktion ist auf 33 Fragen pro Durchgang begrenzt und bietet keine Fehleranalyse. Der gedruckte Fragenkatalog ist die günstigste Komplettlösung, hat aber keine Simulationen — man weiß nie genau, ob man schon bestehen würde. Der VHS-Integrationskurs ist die teuerste Option und in der Regel nur sinnvoll, wenn man parallel die B1-Deutschprüfung vorbereitet.
Für die meisten Prüflinge ist die Kombination aus App (für Simulationen und Fehleranalyse) und gelegentlichem Querlesen auf der BAMF-Website (zur Verifikation, dass die App-Fragen aktuell sind) der pragmatischste Weg.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Fragen hat der Einbürgerungstest?
33 Fragen: 30 aus dem allgemeinen Katalog (300 Fragen) plus 3 bundeslandspezifische Fragen (10 Fragen pro Bundesland). Mindestens 17 Fragen müssen richtig beantwortet werden.
Wie schwer ist der Einbürgerungstest wirklich?
Die Bestehensquote liegt bundesweit bei über 90 %. Mit 2–3 Wochen Vorbereitung und dem offiziellen Fragenkatalog ist der Test gut zu schaffen.
Wo finde ich die offiziellen 310 Fragen?
Die offiziellen Fragen sind auf der BAMF-Website und in der Einbürgerungstest App verfügbar. Es gibt keine Überraschungsfragen — alle Prüfungsfragen kommen aus diesem festen Katalog.
Kann ich den Einbürgerungstest ohne Deutschkenntnisse ablegen?
Der Test wird auf Deutsch durchgeführt. Ein Deutschniveau von mindestens B1 ist Voraussetzung für die Einbürgerung.
Jetzt mit dem Lernen starten
Die Einbürgerungstest App enthält alle 310 offiziellen Fragen plus die 10 bundeslandspezifischen Fragen — kostenlos und offline verfügbar.
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